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David Schnell
morgen
Galerie EIGEN + ART Leipzig

15.09.2012 - 15.12.2012

Für die Ausstellung „morgen“ hat David Schnell eigens elf neue Leinwände geschaffen. Die Arbeiten sind 2012 entstanden und werden nun zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Wiederkehrende Elemente wie horizontale Strichtrukturen und versprengte Perspektiven kennt man bereits aus den früheren Arbeiten von David Schnell, ebenso die monochrome Farbigkeit der einzelnen Gemälde. Der Begriff Landschaftsmalerei, der bei Schnell trotz der Abstraktion in seinen Gemälden immer wieder auftaucht, findet bei den neuen Arbeiten noch mehr Berechtigung. Manche der neu entstandenen Arbeiten erinnern mit ihren horizontalen Brüchen, den feinen Farbabstufungen und den dynamischen Formen zunehmend auch an die niederländische Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts.

„Seit 2000 ist die Landschaftsmalerei wesentlicher Schwerpunkt der Arbeiten von David Schnell. In der Landschaft verzahnen sich Natur und Kultur. Sie ist die Verbindung von Natur, menschlichem Wirken und einer Idee. (...) Die neuesten Arbeiten von David Schnell rücken den Moment in den Mittelpunkt des Bildes, in dem die Welt und ihre Auflösung eins werden. Die präzise malerische Formulierung des Gegenstandes wird von einem freien Gestus des Pinselstrichs und einer sich vom Gegenstand radikal befreienden Farbigkeit abgelöst. Die strenge Systematik des Bildaufbaus wird aufgebrochen. Trotz der weiterhin bildbeherrschenden Zentralperspektive dehnt sich die Bildfläche hierarchielos in alle Richtungen aus. Der in die Tiefe des Bildes führende Fluchtpunkt wird durch weitere, teils konkurrierende Fluchtpunkte ergänzt, sodass perspektivische Verzerrungen und mehrere sich überlagernde Räume entstehen. (...)
Es ist unmöglich, die Konstruktion und die Dekonstruktion des Raumes, das Einzelne und das Ganze, das Detail und die Totale zugleich zu erfassen. Alles ist unmittelbar sichtbar, wirkt gleichermaßen wichtig und entzieht sich dennoch im nächsten Moment dem erkennenden Zugriff. In der Abfolge eines spezifischen Seh- und Wahrnehmungsprozesses muss sich der Betrachter auf die parallelen Geschwindigkeits-, Ebenen- und Richtungswechsel einlassen. Ständig mitten im Bild, bleibt der Betrachter dennoch ein Stück weit draußen, auf der Suche nach einem eindeutig justierbaren Verhältnis zwischen sich und dem Bild, das sich nicht mehr herstellen lässt. Je intensiver der Versuch, sich im Bildraum zu verorten, umso mehr verliert man sich in ihm, im Geflecht der sich überlagernden Ebenen und gestaffelten Horizonte.“

(Ute Stuffer, Stunde, Ausst.kat. Kunstverein Hannover, GEM, Museum voor Actuele Kunst, Den Haag, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Stuttgart 2010)

 


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