David Schnell

Texte

Die Landschaftsmalerei von David Schnell spiegelt die Erscheinungsformen einer Natur wieder, die von unserer unmittelbaren, städtischen Umgebung unterwandert wird. Dabei nehmen architektonische Versatzstücke mehr oder weniger dominant die Bildfläche der Landschaften ein. Als motivische Quelle seiner Bilder dienen David Schnell Orte wie die Kulturlandschaft um Leipzig, Wohn- und zuvor Studienort des ehemaligen Meisterschülers von Arno Rink.

In seinen Landschaftsbetrachtungen evoziert der Künstler aber keine realen Erinnerungsmomente. Er zeigt vielmehr eine abstrahierte Natur, die außerhalb jeglicher Wiedererkennbarkeit oder konkreter Erfahrungen liegt. Diese Abstraktion äußert sich in der malerischen Auflösung architektonischer Strukturen und wankender, teilweise konkurrierender Fluchtpunkte. Das Verfremden, Auflösen, Zersetzen und anschließende Verbinden ist Zeichen des prozesshaften Vorgehens des Künstlers, so dass sich auch Bildinhalte finden, die sich allein aus Pixeln oder Strichcodes formieren. Zusätzlich betont wird der flirrende Zustand des Gezeigten durch die Farbgebung der Bilder, die von monochromen Darstellungen bis hin zu prismenhaften Lichtbrechungen reicht.

Die Bilder von David Schnell lassen den Eindruck von unaufhörlicher Geschwindigkeit und Destabilisierung entstehen, der schließlich auch die eigene Zeitwahrnehmung hinterfragt.

David Schnell. Das Friedensfenster in der Thomaskirche Leipzig 2009