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Lada Nakonechna
11. Februar 2014 - 15. Februar 2014
Eröffnung: Dienstag 11.2. 2014, 17-21 Uhr

Zu den Arbeiten von Lada Nakonechna

Lada Nakonechna konfrontiert den Betrachter in ihren Zeichnungen, Installationen, Videos und Performances mit Bildern des aktuellen Zeitgeschehens und Bilderfahrungen aus dem kollektiven Gedächtnis, die sie manipuliert oder verfremdet. Dabei lässt sie den Mensch als Betrachter selbst zum manipulativen Störfaktor werden, der ein vorgegebenes Bild beeinflusst und verändert, sich selbst „im Bild steht“, es verdeckt oder vervollständigt. Gezielt setzt sie Abgrenzungen oder Hindernisse zwischen den Betrachter und das Bild. Mal verbirgt sie es hinter einer trennenden Wand und verhindert dadurch, dass das Bild in seiner ganzen Größe betrachtet werden kann, egal wie weit oder nah man herantritt. In einer anderen Arbeit verdeckt sie eine ganze Wand des Ausstellungsraums mit einer Fototapete mit der Kopie exakt dieser Wand, lässt das Abbild zum eigentlichen Objekt werden und schafft so einen Moment der Verblendung, der das eigentliche Bild verdeckt, von dem man meint, eine genaue Vorstellung zu haben. Mit Hilfe von Abgrenzungen, Täuschungen und Verschiebungen der Realität manipuliert die Künstlerin bewusst die Wahrnehmung des Betrachters.

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Als Künstlerin, die in der Ukraine lebt, aber häufig in Europa arbeitet und ausstellt, ist das Grenzenüberschreiten und Migrieren auch Teil der eigenen Biografie und Identifikation.

Auch wenn Lada Nakonechna sich in ihren Arbeiten auf kein Medium festlegen lässt und selbst in ihren großen Wandbildern immer auch ein performativer Aspekt eine Rolle spielt, gibt es für sie kein besseres Mittel als den Bleistift, um Zeitlichkeit auszudrücken. Statt mit Farbe zu arbeiten, mit der man sehr schnell große Flächen füllen könnte, zieht sie bewusst den Bleistift vor, mit dem es seine Zeit dauert, bis ein Bild abgeschlossen ist. Die Arbeit lässt sich erfassen, jeder Strich, jede Schraffur ist nötig, um das Bild entstehen zu lassen, ob auf kleinformatigen Papierblättern oder ganzen Wänden.

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Für ihre Ausstellung platziert Lada Nakonechna eine Turmkonstruktion in der Mitte des Galerieraums, von der wie von einem Leuchtturm oder Wachturm ein Lichtkegel auf die umliegenden Wände fällt. Auf der Höhe des Lichtkegels kann der Betrachter einen Text entziffern, der mit Bleistift auf den Wänden notiert ist. Dabei wird der Betrachter geblendet oder auch ertappt und muss sich mit dem Licht bewegen, um alles erfassen zu können. Der Leuchtturm ist eigentlich Symbol für einen stabilen Halt, einen Hoffnungsschimmer in der Ferne, an dem man sich orientiert, wenn man vom Weg abgekommen ist. Der Wachturm hingegen kann durch seinen Scheinwerfer solche Hoffnungen schlagartig zerstören. Die Manipulation und Wahrnehmung von Raum zwischen Künstler, Besucher und dem Ausstellungsraum übernimmt beim Leuchtturm/Wachtum das blendende Licht, das die Sicht versperrt. Was ist wirklich da, was ist Imagination? Wo führt der Weg hin, den das Licht weist, und wie vielversprechend kann die Aussicht sein, wenn das Licht gleichzeitig von 4 hohen Wänden eingeschlossen wird, die die Aussicht versperren? 

Lada Nakonechna (*1981 in Dnipropetrovsk, Ukraine) studierte an der National Academy of Fine Art and Architecture in Kiev. Sie ist Mitglied der Künstlergruppe „Revolutionary Experimental Space“ (R.E.P.) und Mitbegründerin von Hudrada, einer selbstorganisierten Gemeinschaft basierend auf interdisziplinärer Kooperation, mit der sie auch kuratorisch tätig ist. 2012 war sie Mitbegründerin der Initiative ISTM (art worker’s self-defining initiative). Sie lebt und arbeitet in Kiew.

 

TAKE FIVE
5 Wochen, 5 Künstler, 5 Ausstellungen
Galerie EIGEN + ART Berlin

Mit TAKE FIVE zeigt die Galerie EIGEN + ART Berlin ab dem 14. Januar 2014 über fünf Wochen fünf Ausstellungen von fünf jungen Künstlern.

Die Ausstellungen werden wöchentlich am Dienstag von 17-21 Uhr eröffnet und sind jeweils bis Samstag zu sehen. Jeder der fünf Künstler hat hierfür neue Arbeiten entwickelt. Mit Arbeiten, die von Skulpturen über Malerei, Zeichnung bis zu Rauminstallationen reichen, wird die Galerie so für die Dauer von fünf Wochen zum Schauplatz eines abwechslungsreichen Ausstellungsprogramms:
Melora Kuhn und Lada Nakonechna waren bereits mit Ausstellungen im EIGEN+ART Lab zu sehen; Mirjam Völker, Kristina Schuldt und Kai Schiemenz waren in Gruppenausstellungen in der Berliner und Leipziger Galerie vertreten

Kai Schiemenz
14. Januar 2014 - 18. Januar 2014 
Eröffnung: Dienstag 14.1. 2014, 17-21 Uhr

Kai Schiemenz (*1966 in Erfurt, lebt und arbeitet in Berlin) beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Stadt, Raum und Architektur und der regulierenden Funktion, welche diese Konstrukte auf den Menschen ausüben. Seine kleinformatigen Skulpturen sind in sich geschlossene Gebilde, in denen er digitale Techniken mit natürlich Materialien wie Holz oder Papier kombiniert. Gleichzeitig fungieren sie als Modelle für raumfüllende Installationen und Architekturen für den Außen- und Innenraum, in denen Schiemenz über Blickachsen Räume konstruiert, die den Betrachter aufgrund Ihrer Durchlässigkeit direkt mit einbeziehen. Im Zentrum steht immer wieder die Frage nach dem Einfluss von gebauter Umwelt und urbanen Landschaften auf den Menschen. In seiner Einzelausstellung zeigt Schiemenz zwei neue Werkgruppen, in denen der Architekturbegriff sich mehr und mehr auflöst und die artifizielle Materialität der Oberflächen in den Vordergrund rückt.

Zu den Arbeiten von Kai Schiemenz 

Melora Kuhn
21. Januar 2014 - 25. Januar 2014
Eröffnung: Dienstag 21.1. 2014, 17-21 Uhr

Die Arbeiten von Melora Kuhn (*1971 in Boston, lebt und arbeitet in New York) sind eine stetige Beobachtung der Erfahrungen, die Menschen mit sich selbst und in der Gesellschaft machen. Kuhn bedient sich der Bildsprache von Mythologien und Geschichte, insbesondere der Bildformen der amerikanischen Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts, aus der sie einzelne Bilder isoliert und in einen neuen Kontext setzt. Dabei gilt ihr Interesse den Details, die in der Erzählung vergessen oder ausgelassen wurden, um so eine fest determinierte und bekannte Geschichte in eine andere Richtung zu führen und den persönlichen Biografien der Protagonisten in ihren Bildern eine neue Lesbarkeit einzuschreiben, indem sie mit dem Hintergrund den Seelenzustand der Personen andeutet oder durch eine zweite, über dem Porträt liegenden Umrisszeichnung, eine zweite Narration hinzufügt. In ihrer Ausstellung zeigt sie neue Malereien. 

Zu den Arbeiten von Melora Kuhn

Mirjam Völker
28. Januar 2014 - 1. Februar 2014
Eröffnung: Dienstag 28.1. 2014, 17-21 Uhr

Mirjam Völker (*1977 in Wiesbaden, lebt und arbeitet in Leipzig) beschäftigt sich in Ihren Malereien mit Behausungen. In Form von Baumhäusern, dürftig zusammengezimmerten Hütten, Wohnwagen oder Führerkabinen sind sie wie Fremdkörper mitten in die Natur platziert, werden vom Dickicht überwuchert und erobert. Diese Behausungen verfehlen ihren eigentlichen Zweck, nämlich Schutz und Sicherheit vor äußeren Einflüssen zu gewähren, und bieten Zeichen von Unbehagen und Fragilität statt Geborgenheit und Wärme. In ihren neuen großformatigen Papierarbeiten sind es provisorische Holzhütten, die auf wackeligen Stelzen in einem Geflecht aus Ästen ohne festen Boden stehen. Sie tragen Spuren ehemaliger Bewohner, und sind nun ganz sich selbst und der Natur überlassen, von der sie wie ungebetene Eindringlinge verdrängt und zu Fall gebracht werden.

Zu den Arbeiten von Mirjam Völker

Kristina Schuldt
18. Februar 2014 - 22. Februar 2014
Eröffnung: Dienstag 18.2. 2014, 17-21 Uhr

Auf den Bildern von Kristina Schuldt (*1982 in Moskau, lebt und arbeitet in Leipzig) liegen, fallen, räkeln, verbiegen sich gesichtslose Frauenkörper, zweidimensional und tubisch. Sie gleichen dabei eher glatt polierten Maschinen als lebenden Wesen. Kristina Schuldt bedient sich ohne Scheu bei Bildformen der Klassischen Moderne, doch schafft sie etwa aus den Wellenhaaren eines Fernand Légers und den kräftigen schematisierten Körper, die an avantgardistische Bilder der 20er Jahre denken lassen, eine eigene und neue Bildsprache. Ihre Figuren setzt sie einer grellen Partybeleuchtung aus und verpasst ihnen mit ihren Zigaretten und Miniröcken eine Lässigkeit und Coolness, die eher an Teenies als an gestandene starke Frauen denken lässt. Während die Figuren und ihre Extremitäten in den früheren Bildern „hingelangweilt" ihrer Lage unterworfen waren, kommt in den neuen Arbeiten in der Ausstellung ein zunehmendes Bewusstsein von Moral ins Spiel, dass sich in den Körpern spiegelt.

Zu den Arbeiten von Kristina Schuldt

 

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