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den Filmen "canyon" 2006 und "abg" 2007 setzt Maix
Mayer in "habitat" 2008 seinen Filmzyklus fort, der das Thema
der Urbanität mit Fragestellungen der Wahrnehmung verschränkt.
Ausgehend von seinem Interesse an den Methoden der Naturwissenschaften
und den Sprachsystemen des Kinos und der bildenden Kunst konstruiert Maix
Mayer seine Arbeiten.
"habitat" spielt in einer Form von Parallelhandlung auf zwei
Inseln in zwei Kulturkreisen, die zwei komplementäre Teilhabitate
von Nord- und Südhalbkugel bilden.
Diese so unterschiedlichen Orte werden durch reale und imaginäre
Reisen des filmischen Protagonisten miteinander verknüpft. Ein Unterwasserlabor,
eine asiatische Metropole, das Meer und die architektonischen Solitäre
einer fast unbekannten DDR - Moderne (Ulrich Müther) bilden den Handlungsraum.
Der Hauptdarsteller im Film führt seine Suchbewegungen innerhalb
dieser Zonen aus. Die offenen und geschlossenen kapselförmigen Filmarchitekturen,
zeitgenössische urbane Räume, und die landschaftlichen Ausblicke
bilden ein komplexes Beziehungsgeflecht. Erhöhte Sichtstandpunkte
wandeln sich zu Aussichtsplattformen des Selbst. Der Filmheld als moderner
Archäologe von Raumbildern der Gesellschaft, bei deren Dechiffrierung
wir ihn und uns beobachten.
Ein geschichtlicher Rückblick: der israelische Architekt Moshe Safdie
baute für die Weltausstellung 1967 in Montreal die Wohnanlage „Habitat“
. Dieser Bau war inspiriert von japanischen Architekten, die unter der
Bezeichnung Metabolisten zusammengefasst wurden. Sie übertrugen den
Gedanken des Lebenszyklus’, von Geburt und Wachstum, auf Städtebau
und Architektur, was in schwimmenden Städten und anderen städtebaulichen
Utopien endete. Maix Mayers "habitat" bindet dieses geschichtliche
Potential an unsere Gegenwart zurück. Die von Schrumpfung betroffenen
Regionen der nördlichen Hemisphäre und die Wachstumszonen der
südlichen Hemisphäre bilden ein paradoxes Kontinuum.
Der Film „habitat“ ist eine magische Reise, ein Roadmovie
mit einem modernen Martin Mc Fly, der nicht „Zurück in die
Zukunft“, sondern zurück in eine surreale Gegenwart fliegt.
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