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PRESSETEXT
Akos
Birkas hat über viele Jahre in seinen abstrakten Arbeiten eine eigenständige
Form entwickelt, die ein überpersönliches Ich, ein universales
Menschenbild darzustellen erlaubte. Seine persönliche Emotionalität
spielte dabei eine entscheidende, zentrierende Rolle.
Ende der neunziger Jahre begann er sich der darstellenden Malerei zuzuwenden.
Veränderungen seiner Lebensart brachten für ihn einen Wechsel
seiner Arbeitsweise und führten zu einem radikalen Bruch in seiner
Malerei.
Die Idee, sich nicht mehr mit dem eigenen Ich, sondern mit anderen Personen,
mit den Beziehungen zu beschäftigen, hatte eine starke Faszination.
Akos Birkas strebte nach einer Diskussion auf einer neuen kommunikativen
Ebene.
Sind in den ersten Arbeiten der neuen Phase die Grundstrukturen seiner
Malerei erhalten geblieben - d.h. die Zweiteilung des Formates, die "Einstrickung"
des Raumes und die Orientierung auf das Zentrum -, so finden sich in den
neueren Übergänge zu offenen Räumen und freien Imaginationen.
Hier besteht ein gleichsam in sich gespiegelter, indirekter Zusammenhang
zu den abstrakten Werken.
Auf ungeteilten Flächen werden Raumspannungen und Perspektiven entfaltet.
Das Zentrum wird nicht mehr von der Identität des Künstlers
dominiert, es verschwindet sogar mit der neuen Thematik und die Figuren
werden um eine leere Mitte
komponiert. Das Hochformat wird vom Querformat abgelöst. Wenn zuvor
mit Masse gemalte Bilder dominierten, mit einem krustenartigen Farbauftrag,
der Spuren des Lebens zu zeigen vermochte, sind die heutigen behutsam
und leicht. Es wird ein Gefühl der Weitung in imaginären, frei
komponierten Räumen evoziert.
Auch in den neuen Arbeiten bleibt es Akos Birkas wichtig, auf das Wesentliche
zu reduzieren.
Die Farbgebungen der Köpfe auf einem Bild sind so nuanciert, dass
sie eine ferne Erinnerung an Montagetechniken wachrufen können.
Grundlage für die Arbeiten bilden Fotografien, die er von seinen
Freunden und Bekannten anfertigt. Die Zusammensetzung folgt den individuellen
Spannungslinien seiner Beziehung zu den Portraitierten. Hier spiegelt
sich seine Lebensweise wieder, doch nun indirekt, vermittelt durch den
Ausdruck des anderen Lebens, der Individualität der Anderen.
Akos Birkas hat durch sein Nomadenleben erfahren, dass der Ort an dem
er sich befindet, weniger vom Raum als von seinem Beziehungsnetz definiert
wird. Von den Menschen, die dieses Lebensgefühl wesentlich bestimmen,
erzählen uns die Bilder.
Das Portrait, ein klassisches Genre, ist hier zu einem Medium der Darstellung
kommunikativer Situationen umgebildet worden.
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